Die Grafik zur Biodiversität

In der Dunkelheit bewegen sich Wildtiere freier
Ein mehrjähriges Forschungsprojekt im Val-de-Ruz (NE) zeigt deutlich: Schaltet man nachts die Strassenbeleuchtung aus, können Rehe und Füchse ihren Lebensraum erweitern. Entlang eines über 20 Kilometer langen Transekts verglichen die Forschenden dazu das Verhalten der Tiere bei eingeschalteter Strassenbeleuchtung mit jenem nach dem Ausschalten. Das Ergebnis ist signifikant: Rehe rückten im Dunkeln durchschnittlich bis auf 440 Meter an die nächstgelegene Strassenlampe – bei eingeschalteter Beleuchtung waren es noch 510 Meter. Bei den Füchsen konnte eine ähnliche Tendenz festgestellt werden: Sie wagten sich im Dunkeln durchschnittlich bis auf 410 Meter an die nächste Strassenlampe, verglichen mit rund 440 Metern bei eingeschalteter Beleuchtung. Die Untersuchung zeigt damit, wie nächtliche Dunkelheit Wildtieren mehr Bewegungsfreiheit verschafft und menschliche Infrastruktur weniger abschreckend wirkt.
Kontakt:
Vincent Grognuz, Agroscope,
Sandrine Wider, Schweizerische Vogelwarte,
Claude Fischer, Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architecture de Genève Hepia,
Weitere Informationen: valdenuit.ch/suivi-des-mammiferes-terrestres
Fokus dieser HOTSPOT-Ausgabe
- Editorial
- Künstliches Licht bei Nacht verändert unsere Welt
- Das versteckte Leben der Nachtfalter
- Eine politisch-ökologische Perspektive auf Lichtlandschaften
- Ökologische Auswirkungen künstlicher Beleuchtung
- «Nachtdunkelheit für Ruhe und Erholung»
- Lichtemissionen im Umweltrecht
- Ökologische Bewertung von LED-Eigenschaften
- Klug beleuchten: Gesundheit, Sicherheit und Natur im Gleichgewicht
- Nachts erhellt – tags verarmt
- Dunkelheit: Eine wichtige Ebene der Ökologischen Infrastruktur

